Wie muss sich Schule verändern?

Mehr können als Sich-Auskennen

Positionierung der Ganztagesschule

‚Der erweiterte Aufgabenkatalog der Schule muss mit einer neuen Lehrerrolle einhergehen. Lehrer sollen mehr als bisher Anregungs-, Beratungs- und Erziehungsaufgaben übernehmen und in ihrer Arbeit durch »real Berufstätige« (z.B. Handwerker) unterstützt werden. Die Ganztagsschule kann nicht einfach nur eine Verlängerung des Vormittagsunterrichts mit anderen Mitteln sein. Der pädagogischen Betreuung sowie der fachlichen Begleitung (z.B. durch Handwerker, Informatiker, Sportler, Künstler) kommt eine wachsende Bedeutung zu. ‚ (Opaschowski, 2008)

Reichen hierzu bereits Hausaufgabenbetreuung und Ausflüge und Exkursionen am Nachmittag? Besteht nicht die Gefahr noch stärkerer Erziehung zur Unselbstständigkeit?

 

Veränderte Gesellschaft, veränderte Anforderungen an die Schule

‚Unsere Leistungsgesellschaft hat sich in den letzten hundert Jahren den Luxus leisten können, den ganzen Menschen aus dem Blick zu verlieren, weil sich der Einzelne wesentlich in und durch Erwerbsarbeit verwirklichte. Jetzt, da die Erwerbsarbeit nicht mehr für alle und vor allem nicht mehr für ein ganzes Leben zur Verfügung steht, müssen sich die Menschen wieder auf sich selbst besinnen lernen. Hieraus leitet sich die Legitimation für die Lernarbeit ab: lebensbegleitende Vermittlung von Kompetenzen für den sozial und kulturell immer bedeutsamer werdenden erwerbsfreien Teil des Lebens. ‚

Opaschowski meint, dass es keine lebenslangen Stellen mehr für die Jugendlichen gibt.  Sie müssen selber aktiv wrden und überlegen, wie sie ihr Auskommen sichern. Welche Schritte leite ich ein, wie effektiv können diese Schritte sein, ich muss immer flexibel bleiben um mich den dauernd veränderten Situationen stellen zu können. Dies bewerkstelligen zu können, wäre mit eine Aufgabe der Schule.

‚Was man bisher in Schule und Beruf vor allem lernte, war abhängige Beschäftigung. Und was man von Fernsehen und Unterhaltungsindustrie lernen konnte, waren überwiegend Passivität und Zeitvertreib. Die Einübung von Eigeninitiative blieb der Familie oder dem
Zufall überlassen. ‚

‚In einer Gesellschaft ohne garantierte Vollbeschäftigung werden sich nur persönlichkeitsstarke Menschen behaupten können. Menschen also, die nicht resignieren, wenn sie als Erwerbstätige nicht mehr gebraucht werden, sondern bereit und in der Lage sind, sich neue Lebensziele zu setzen und neue Lebensaufgaben, die Sinn haben und auch Spaß machen, zu übernehmen. Mehr als je zuvor werden menschliche Fähigkeiten gefordert sein. ‚

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