Sollte man heutzutage noch LATEIN lernen?

animierte-lehrer-bilder-3

 

Diese Frage hätte sich vor einigen Jahrzehnten noch erübrigt. Lateinkenntnisse waren das Hauptmerkmal für Bildung überhaupt und unbedingt notwendig, zumindest auch, um eine akzeptable soziale Stellung innehaben zu können. Deshalb hätte die Antwort gelautet: Diese Frage ist einfach redundant und zeugt vom schwachen Bildungsstand des Fragestellers.
Diese Einstellung hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Anwendbare Kenntnisse haben an Bedeutung gewonnen. ‚Warum soll ich eine Sprache lernen, die niemand mehr spricht?‘ Lerne ich wirklich eine zweite Fremdsprache leichter, wenn ich Latein bereits kann? Lerne ich durch Latein logisches Denken? Ist Sprache nicht schon von vornherein zu einem gewissen Maße auf Konvention begründet und damit auch teilweise unlogisch? (Beispiel: Warum ist der Bauer im Lateinischen weiblich?).‘
Man braucht Latein nicht mehr für das Medizinstudium, kaum noch für das Studium von Sprachen,  im Berufsleben bevorzugt wird heutzutage  eine gute naturwissenschaftliche Vorbildung.
Neulich hörte ich, dass an Schulen krampfhaft für Latein geworben wird, damit die Lateinlehrer ausgelastet werden. Dabei wurde folgendes Argument vorgebracht: Gerade für Schüler, die sprachlich schwach sind, wäre Latein eine gute Alternative, da das Erlernen weniger schwierig wäre als beispielsweise Französisch oder Spanisch. In meiner Jugend galt hingegen Latein als nur für die ‚Elite der Elite‘ geeignet.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Sollte man heutzutage noch LATEIN lernen?“

  1. Lateinkenntnisse leisten einen Vorsprung, wenn man romanische Sprachen lernen will. Aber eigens eine Sprache A lernen, damit einem Sprache B leichter fällt, das ist wie, na, auf den Eiger steigen, damit einem das Matterhorn leichter fällt. Da könnte man doch auch gleich aufs Matterhorn, wenn man da lieber hinmöchte. Oder gleich Französisch statt Latein lernen. Da ist der Arbeitsaufwand besser eingesetzt. Übrigens läßt sich eine beliebige romanische Sprache viel besser von einer anderen romanischen Sprache aus erschließen als von Latein aus. Die romanischen Sprachen sind untereinander sehr viel ähnlicher als irgendeine von ihnen Latein ähnelt.

    Latein zu lernen ist nur sinnvoll, wenn man Latein können will oder muß — für historische Wissenschaften, für Theologie und Romanistik. Eine „praktische“ Anwendung im Sinne von „nützlich“ hat die lateinsiche Sprache nicht (mehr).

    Ganz recht, mit Logik hat Latein so viel oder so wenig zu tun wie jede andere Sprache auch. Trotzdem ist der Bauer auf Latein männlich — auch wenn er nach der a-Deklination flektiert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s