Führt starkes Moralisieren zu zunehmender Radikalisierung?

 

wp-1458923564195.pngFunktioniert unsere Demokratie wirklich so schlecht, weil so viele Wähler und Wählerinnen ‚radikal‘ gewählt haben?

Wird rechtes Gedankengut durch mittransportierte Menschenverachtung salonfähig?

Sind dadurch unsere Grundrechte in Gefahr?

Müssen wir deshalb den AFD Wählern deutlich machen, wie moralisch verwerflich sie sich verhalten haben?
In keinem der Bundesländer, in denen eine Wahl stattgefunden hat, besteht die Gefahr, dass das Land unregierbar wird oder notgedrungen radikale Gruppierungen mit in die Regierung aufgenommen werden müssen.

Man kanns auch positiv sehen: die Parteien müssen sich gezwungen sehen, ihre Programme und Aktivitäten kritisch zu überdenken . Wird der momentanen Stimmungslage der Bevölkerung genug Rechnung getragen, ja wird sie überhaupt richtig erkannt?

Sind nicht Ängste und Sicherheitsbedürfnis heute die Schlagwörter, mit denen man sich ernsthafter  konkret beschäftigen sollte?

Gerhard Mersmann hat in seinem Blog zwei Begriffe angesprochen, die versuchen, das momentane Defizit auf den Punkt bringen:

  • ‚Intransparenz von Entscheidungen‘
  • ‚Moralismus der öffentlichen Personen‘

Weniger moralisieren, dafür Argumente des politischen Gegners heranziehen und kritisch zu befragen. wäre vielleicht ein Weg in die Zukunft.

  • ist ein Zurückdrehen der Energiewende, wie es die AFD fordert überhaupt möglich und welche Auswirkungen würde dies haben?
  • Was bewirkt eine vorgeschlagene evtl. Zurücksetzung des Einkommensteuersatzes auf 20 %?
  • Welche Auswirkungen hat ein Zurückschrauben der Kitaplätze?
  • Wie soll eine Privatisierung der Sozialversicherungssysteme in der Realität aussehen?     … um nur wenige zu nennen …..

Gute Ansätze in dieser Richtung haben meiner Ansicht nach zwei Fernsehsendungen gemacht:

am Dienstagabend Markus Lanz und am Tag zuvor Frank Plasberg.

  • Bei ‚Hart aber fair‘ konnte sich eine AFD Wählerin ausführlich über ihre Beweggründe äußern und fand dabei bei allen anwesenden Politikern und Meinungsträgern nachdenkliche Beachtung.
  • Lanz hatte konkrete programmatische Aussagen  der AFD dabei und damit konnten die einzelnen Punkte detailliert erörtert werden. – Leider ohne Mitwirkung einer/eines Funktionsträgers/in oder Anhängers/in der AFD.

Ohne moralischen Zeigefinger und ‚in die Ecke stellen‘ von besorgten Bürgern.

 

 

 

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2 Gedanken zu „Führt starkes Moralisieren zu zunehmender Radikalisierung?“

  1. Da bin ich leider anderer Meinung. Die Sendung bei Lanz habe ich nicht gesehen. Hart aber fair ja! Da habe ich das Gefühl, dass die Dame durchaus kompetent war und ihre Hilflosigkeit dargestellt hat – eine ausgesprochene Protestwählerin, aber Argumente hatte sie eigentlich keine. Aber mit ihr konnte man wenigstens reden. Ich bin der Meinung, dass die meisten AfD-Wähler nicht mit Argumenten überzeugt werden können, sie kennen das Programm mit Sicherheit gar nicht. Sie wollen es den etablierten Parteien ganz einfach einmal zeigen – und das vom rechten Rand aus. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein wenig Moralisieren nicht schlecht ist, dabei wird man wenigstens seinen eigenen Frust los, helfen wird es genau so wenig wie Argumentieren.

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