Was ist extrem?

sw2

Wenn ich früher als Jugendlicher eine extremere Position vertrat, wurde ich gerne von Erwachsenen als Schwarz-Weiß Maler in die Schmuddelecke gestellt.

‚Du musst lernen, dass die einen nicht alles richtig und die anderen alles falsch machen‘, wurde mir auf einfache Weise erklärt. ‚Die Realität liegt oft in den Grautönen irgendwo mittendrin und ist weit weniger aufsehenserregend als die scheinbar fulminanten und schillernden Schwarz Weiß Erklärungsversuche. Man kann mit ihr weit weniger Aufsehen erregen.‘

Daran musste ich wieder denken, als ich gestern in der Spättagesschau die Berichterstattung über Dresden am 3. Oktober und Berichte über Handlungserfolge der Parlamentsarbeit der AFD sah.

Hier die durch Schranken zurückgehaltenen Protestler, die sich sicher auf unbeholfene, diskriminierende, rassistische und grobe Art Gehör zu verschaffen versuchten. Dort die elegante Prominenz, die voller Unverständnis und Abscheu sich in Busse oder Festsäle verzog, auch um ihre Errungenschaften zu feiern.

In der selben Sendung wurde dann noch gezeigt, dass die AFD in den Parlamenten scheinbar gar nichts leistet. Sie pöbelt nur, stört die so effektive Parlamentsarbeit, ihre Anfragen taugen alle nichts. Kann es tatsächlich sein, dass überhaupt kein positiver Gedanke von ihnen kommt? Diese Berichterstattung lässt mich mit einem flauen Gefühl im Magen zurück.

Sowohl Frau Petry als auch Henrik Broder sahen in Dresden Parallelen zu den letzten Tagen der DDR.

Herrn Broder wird es abgenommen, Frau Petry weniger.

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3 Gedanken zu „Was ist extrem?“

  1. Zum Thema Dresden habe ich mich heute gegenüber der Presse erklärt,
    weil ich die Hauptursache für diese Entwicklung in einer verfehlten Politik der etablierten Volksparteien sehe. Bildhaft betrachtet:
    Wenn man Uferböschungen, – sprich linken und rechten Rand -, verwildern lässt, dann wird die mittige Flussströmung, – sprich die Politik der „Mitte“ – . durch Strudel unkontrolliert in gefahrvolle Ausuferungen gelenkt.
    Ignoranz der politischen Lage und Arroganz der Macht sind die Ursache für all das. Bereits Weihnachten 2014 habe ich diese Tendenz in einem Presseartikel angedeutet.
    ***
    Ich bin gespannt, ob man meine Auffassung veröffentlicht; am Sonntag werde ich in meinem Blog den Artikel hinterlegen.

  2. Die AfD ist für mich als politische Partei, mit ihrem Verhalten, der Selbstgefälligkeit, Ausdrucksweise, ihren Aktionen … etc. untragbar – nur, ich gebe dir völlig recht: Es geht nie ausschließlich Schlechtes von einer Bewegung, einer Gruppierung oder etwas Ähnlichem aus. Sie hat sich gebildet, weil es irgendwo mächtig hapert und legt – oft auch völlig ungeeignete Art – den Finger in die Wunde. Man kann die Art und Weise ablehnen, das allgemeine Denken bedenklich, bedrohlich, verabscheuungswürdig, Anschuldigungen irrational und Forderungen unbegreiflich finden und dabei dennoch sehen, dass trotz allem die Chance besteht, dass das „Herumrühren“ derjenigen dafür sorgt, dass Fragen, die offensichtlich sehr viele Menschen bewegen, nicht nonchalant unter den Tisch gekehrt oder Schwierigkeiten ständig verharmlost werden. Und wie du sagst, es wird offenbar unterschiedlich bewertet, wer ein und dieselbe Äußerung von sich gibt …

    LG Michèle

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