Bildung

Bild: Pixabay

Überall hört man den Ruf nach Bildung. Angeblich gibt es bisher noch nicht genug davon bzw. wird noch nicht genug davon vermittelt. Herr Lindner, der FDP Vorsitzende, hat erst gestern wieder im Fernsehen davon gesprochen und möchte Bildung zum Thema No 1 beim Wahlkampf machen.

Und da wir ein rohstoffarmes Land sind, so wird argumentiert, könnten wir nur mit ‚Brain‘ punkten. Ansonsten würden wir erbarmungslos abgehängt.

Was muss dann zum jetzigen Zeitpunkt getan werden? 

Letztlich scheint die Antwort ganz simpel zu sein. Man muss in das Bildungswesen einfach wesentlich mehr Geld reinpumpen. So schallt es aus den unterschiedlichsten politischen Ecken.

Da ich selber im pädagogischen Bereich tätig bin, beschleicht mich hier ein leises Gefühl des Unbehagens.

Muss nicht zuerst stärker hinterfragt werden, was und wie Bildung vermittelt wird? Was ist überhaupt sinnvolle Bildung? Ist einfach ein Mehr an Unterricht und Betreuung gleich auch mehr an Bildung? Welche Bildungsbereiche müssten in welchen Altersstufen besonders vermittelt werden? Haben die Erziehungsberechtigten immer einen positiven Einfluss auf die Bildung ihrer ihnen anvertrauten Kinder?

Werden Fragen dieser Art nicht hinreichend thematisiert und geklärt, so scheint mir, verpufft viel Geld so einfach mal im Nirwana.

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3 Gedanken zu „Bildung“

  1. Hier werden die richtigen Fragen gestellt. Ein großer Geldvernichter sind auch die ständig neuen Schulbücher, die auf den Markt kommen. Bisher haben meine Kollegen und ich noch nicht eines davon durchgehend sinnvoll methodisch und didaktisch nutzen können. Stets war es nötig, eigenes Material zu beschaffen oder anzufertigen, um den Wissenserwerb zu sichern, sodass eigentlich kein Unterschied zu älteren Lehrwerken bestand. Sinnvolles Lernen ist auch nicht abhängig von neuem Mobiliar, obwohl das alte noch in Ordnung ist oder neuen Wandanstrichen. Auch die Kosten für ständige Vergleichsarbeiten, die der Lehrkraft nur sagen, was sie ohnehin schon über die Schüler weiß – wissen sollte – dürften immens hoch sein. Alles Hollywood – nur die Oberfläche wird verbessert. Geld wäre am besten investiert in neue Lehrkräfte, in der Grundschule möglichst zwei pro (kleinere) Klasse bzw. einen Lehrer und einen Sozialpädagogen, besonders zur zielführenden Umsetzung des Inklusionsmodells.

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