Schule – ein Spielball der Politik?

Bild: Pixabay

Vor kurzer Zeit noch galten diese ehernen Grundsätze für Lehrer:

Das Lehren muss vorrangig in Gruppenunterricht geschehen, Schüler erarbeiten sich Wissen weitgehend auch selber und dürfen keinesfalls durch Frontalunterricht gequält werden, da der die Schüler, die eigentlich grundsätzlich motiviert sind, zur Passivität verurteilt, sie gängelt und ihnen sämtlichen Wissensdurst geradezu austreibt. Argumentiert wurde auch, dass es schließlich wissenschaftlich erwiesen sei, dass es sich hierbei um keine demokratische Unterrichtsform handle und sie deshalb auch kontraproduktiv sei. Weitere wissenschaftlichen Ausführungen könnte man hier noch stundenlang fortführen.

Ein Lehramtsanwärter mit einer Prüfungslehrprobe ohne oder mit wenigen schülerbestimmten Lehr- und Lernformen hatte schlechte Karten für eine einigermaßen zufriedenstellende Examensnote.

Hatten Kollegen oder man selbst Disziplinprobleme mit Schülern, so wurde eher an den pädagogischen Fähigkeiten gezweifelt. Der Kollege verstand es eben nicht so, die Schüler für seinen Stoff zu begeistern. Oder er war eben methodisch und didaktisch nicht ganz so auf der Höhe. Oder er entsprach nicht so dem Zeitgeist und gehörte eben zu den ewig Gestrigen. Die Ursache der Probleme lag weniger an den Schülern oder gar an deren Eltern.

Die politischen Mehrheiten vor allem in Baden Württemberg änderten sich und plötzlich gelten anscheinend wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse wenig oder werden gar in ihr Gegenteil verkehrt.

Kaum schneidet Baden Württemberg in Vergleichsstudien schlecht ab, so wird vom Generalsekretär der CDU Hagel die ‚Rückkehr zum Frontalunterricht‘ gefordert, ‚Abkehr vom selbstorganisierten Lernen‘, sowie die Rolle des Lehrers soll gestärkt werden. Er soll ermächtigt werden, mehr disziplinarische Maßnahmen ergreifen zu dürfen und zu können.

Ich möchte hier ganz sicher nicht für eine der geschilderten Szenarien Partei ergreifen. Ich wundere mich nur, wie schnell scheinbar unumstößliche (anscheinend wissenschaftlich fundierte) Postulate weggefegt werden können. Spricht nicht gerade für die wissenschaftliche Forschung.

Advertisements

2 Gedanken zu „Schule – ein Spielball der Politik?“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s