Ein paar praktische Erkenntnisse für mehrtägige Radtouren

  • Wir werden unbedingt Kettenöl oder Fett mitnehmen. Besonders nach längeren Fahrten im Regen quietscht die Kette schnell
  • Pensionen verband ich immer mit miefiger Gemütlichkeit und unfreiwilliger Familienmitgliedschaft. Dies trifft aber kaum noch zu. Moderne abgeschlossene Zimmer mit Nasszellen herrschen vor. Wir bevorzugten Übernachtung ohne Frühstück
  • Bäckereien mit angeschlossenen Selbstbedienungscafés hochmodern mit Toiletten, Abstellplätzen für Fahrräder bieten tolle individuelle Frühstücksmöglichkeiten.
  • Auch große Supermarktketten haben angeschlossene Cafés und bequeme Sitzmöglickeiten drinnen und draußen. Seine Räder mit Gepäck hat man dabei praktisch bei sich.

Mit dem Fahrrad X, XI, XII: Von Ulm an die Nordsee nach Dagebüll

Von Ochsenwerder östlich vom Zentrum führt der Weg durchs Grüne ohne Autoverkehr bis zu den Landungsbrücken von Hamburg Altona. Vorher geht’s noch direkt vorbei am SPIEGEL und ZDF nach Blankenese und Wedel. Die Strecke ist nahezu eben und führt malerisch an der Elbe entlang bis nach Glückstadt. Kurz vor Brokdorf müssen wir nach Norden weg vom Wasser, da unsere nächste Unterkunft in Wilster liegt.

Strecke ca 100 km. Kaum Steigungen, landschaftlich reizvoll und abwechslungsreich.

Der nächste Tag ist unser letzter anstrengender mit etwas über 100 km. Aber auch heute gibt es eigentlich keine Steigungen, das Wetter ist freundlich und der Gegenwind bleibt aus. Von Wilster geht es vor Burg zur Nord-Ostsee Fähre, die uns sogar kostenfrei ans andere Ufer bringt.

Weiter geht’s über Quickborn und mitten durch das Hafengebiet von Husum über eine Eis Pause in Friedrichstadt bis nach Breklum welches nur noch 35 km von unserer Ferienwohnung in Dagebüll liegt. Wir übernachten in einer exzellenten Pension, die sich auch noch als die preiswerteste unserer ganzen Tour erweist.

Am letzten Tag radeln wir die letzten 35 km immer ziemlich der Küste entlang, verscheuchen Schafe auf dem Weg – anhalten, Gatter auf, Gatter zu und erreichen bei strahlender Sonne Dagebüll schon kurz nach zwölf.

Unsere Belohnung und als Überbrückung der Zeit bis wir unsere Ferienwohnung beziehen können:

Insgesamt haben wir jetzt 1096 km zurückgelegt. 24 weniger als beim letztenmal.

Mit dem Fahrrad IX: Von Ulm an die Nordsee

Die Unterkunft in einer Pension hat wieder einmal Vorteile gegenüber der Übernachtung im Gasthaus. Zwar muss das Badezimmer mit anderen Gästen geteilt werden, dafür ist der Kontakt zu den Gastgebern enger und wir bekommen wertvolle Hinweise für unseren Besichtigungstag im Hamburger Hafen.

Die Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel bekommen wir direkt vom Vermieter und der Hinweis auf die Hamburg App leistet wertvolle Dienste und Ochsenwerder mit kleinen kurvigen Wegen und hübschen reetgedeckten Häusern und lauschigen stimmungsvollen Wasserflächen hat großen Charme und man hat gar nicht das Gefühl in der Nähe einer Großstadt zu sein.

Am nächsten Morgen nach gutem Frühstück im grünen Wintergarten geht’s dann mit Bus U und S Bahn zu den Landungsbrücken.

Auch wenn wir das übliche touristische Programm absolvieren, macht uns die Hafenfahrt in der kleinen Barkasse riesigen Spass. Durch die Speicherstadt kurven wir in den vielen Kanälen, bestaunen von ganz weit unten die riesigen Militär- und Kreuzfahrtschiffe. Es spritzt und schaukelt – man ist ganz nah am Wasser.

Zumindest ein Teil der beeindruckenden Elbphilharmonie kann auch von innen besucht werden und die Besucherterassse bietet einen breiten Ausblick auf die Hafenszenerie. Der Inhaber unsere Pension hatte uns schon vorgewarnt: ‚Hamburg ist die schönste Stadt der Welt‘.

Noch etwas an den Landungsbrücken entlang vorbei an bunten Häusern der Autonomen geht’s noch zu Inas Nachtcafé.

Wir gehen durch eine Unterführung, bewohnt von zahlreichen Obdachlosen, die auf einem Feuerchen ihr Nachtmahl zubereiten. In der Schanzenstraße lassen wir den Tag in einem urigen griechischen Lokal ausklingen.

Mit dem Fahrrad VII und VIII: Von Ulm an die Nordsee

Heutige Tour: Von Hemmingen bei Hannover bis nach Bad Fallingbostel am südlichen Rand der Lüneburger Heide. 88 km in 8 Stunden Fahrt.

Schwierig ist manchmal die Durchquerung von Großstädten. Die Seitenstraßen liegt nahe beeinander und die Smartphone Navigation wird problematischer. Wenn dann noch starker Regen einsetzt und nicht nachlassen will, erschwert die Feuchtigkeit die Bedienbarkeit und Ablesbarkeit der Komoot App. Zuflucht bieten dann die Wartehäuschen der Bushaltestellen.

Die nächste Tour führt oft entlang der Landstraßen mit starkem Verkehr aber auf Fahrradwegen. Leider ist der Untergrund dieser Piste wesentlich schlechter als der der Fahrbahn.

Auch an diesem Tag ist es wieder regnerisch. Wohltuend ist der Frühstückshalt am schicken Bäckereicafé am Wegrand. Durch die großen Fenster hat man die vollbepackten Räder gut im Blick uns sitzt im Warmen und Trockenen.

Dann bekommt man noch einen stimmungsvollen Eindruck von der Lüneburger Heide wenn es durch einsame Wälder und hübsche Orte wie beispielsweise Bispingen geht.

Kurz vor Hamburg bringt uns die Autofähre ans andere Elbeufer und dann geht’s am Ufer bei goldgelb untergehender Sonne am Elbeufer entlang immer geradeaus bis nach Ochsenwerder einem ländlichen und malerischen Stadtteil im Südosten Hamburgs.

Mit dem Fahrrad V und VI: Von Ulm an die Nordsee

Von Nentershausen nach Sontra gibt es einen heftigen Aufstieg aber immerhin abseits der Straße. Dann kann man mehr als 30 km auf dem Leine Radweg fahren, der landschaftlich ursprünglich aber trotzdem sehr gepflegt wirkt.

Man trifft kaum auf andere Radler. Radfahren ist zwar in aller Munde, die damit verbundene Anstrengung wird aber scheinbar gescheut.

Ideal sind in den Dörfern immer wieder die Lebensmittel Supermärkte mit Korbstühlen und Sonnenschirmen sowie angeschlossenen Bäckereien.

Northeim unser Endpunkt hat ein hübsches Altstadtzentrum mit jeder Art von Gastronomie. Erschreckend immer noch wie bereits vor zwei Jahren die vielen Leerstände von Läden. Knapp die Hälfte sind verwaist. Für uns war die Pension und das Bäckerei Café fürs Frühstück ideal. Heutige Strecke War etwa 100 km.

Am nächsten Tag die Strecke Northeim bis Hemmingen ( ca 90 km) bei Hannover. Kaum mehr Steigungen durchwegs Fahrradwege entlang der Straße. Im Gegensatz zur Stille des Vortages heute unbeschreiblicher Verkehrslärm, den man als Fahrradfahren besonders wahrnimmt. Güterzüge sind lang und dröhnen ebenso unangenehm in den Ohren. Die ICEs gleiten wesentlich leiser auf den Schienen. Gefühlter Verkehr hier: wesentlich dichter als in Süddeutschland. Man kann oft die wegweisende Stimme aus dem Smartphone nicht mehr hören. Die Radwege entlang der Straße sind manchmal links dann wieder rechts. Eine Überquerung ist oft kaum möglich oder zumindest gefährlich.