Etappe 3: Von Biblis Wattenhausen nach Koblenz Ehrenbreitstein

Heute hatten wir sogar die längste Strecke vor uns. Es wurden über 140 km.

Allerdings wurden die Anstiege seltener und die Gegend meist am Rhein entlang sehr reizvoll. Immer wieder führten kleine Wege von der Radstrecke in mittelalterlich strukturierte Kleinstädte oft durch Stadttore und Wehrmauern in verwinkelte kleine Straßen mit Kopfsteinpflaster und vielen kleinen Cafés und Kneipen zum geselligen Raussitzen.

Die Radtouren waren unterschiedlich. Die Strecken manchmal ganz eben und weich befahrbar oft aber auch mit unebenem kaputten Pflaster. Die Wurzeln der Bäume vom Wegrand hatten die Teerdecke gesprengt und die Fahrbahn angehoben. Allein die Warnschilder vor schlechtem Fahrbahnbelag helfen den Radlern nicht wirklich weiter. Im Gegenteil, die Unebenheiten wirken als unangenehme Schläge auf das Hinterteil und bewirken nach einigen Stunden, dass man es kaum noch im Sattel aushält. Warum sind Deutschlands Straßen oft so eben und die Fahrradwege hingegen so schlecht? Weil Räder die bessere Federung haben?

Der erste große Abschnit war bis Bingen am Rhein, dann weiter bis Koblenz immer am Rhein, mal mit gutem dann wieder schlechten oder ganz schlechtem Radwegebelag.

Koblenz zeigte sich ambivalent. Schäbige schlechte Fahrradwege, schlampige desolate Viertel, dann wieder großzügige gepflegte Parkanlagen mit opulenten alten Villen mit breiten Radwegen und guter Ausschilderung. Auch unsere Unterkunft in Ehrenbreitstein schrammte zwischen renoviert und vergangener Pracht.

Werbeanzeigen