Kuri kura – oder was so ganz anders in Australia ist (Augenmerk: Vogelwelt)

Akustisch betrachtet sind es einige prägnante Vogelstimmen, die da sehr dominant und lautstark bereits am frühen Morgen zu hören sind. Dies natürlich besonders wenn man im Baumhaus im Regenwald nächtigt. Aber selbst in der Großstadt hört man sie eigentlich immer.

Jetzt wieder zurück, vermisse ich sie richtig. Die bekannteste ist das Kuri kura oder auch der dunkle schrille Pfiff der weißen Kakadoos, wenn sie in voller Größe vorbeifliegen und in einem Baumwipfel landen. Die bunten kleinen Papageis meist zu finden in Bäumen mit kleinen orangenen Beeren erinnern am meisten an unsere Spatzen. Sie treten immer in Rudeln auf, behaken sich und machen einen großen Lärm.

Besonders neugierig: der Brushturkey ist immer zur Stelle. Er baut riesige Erdhaufen, um für seine Eier die richtige Temperatur im Innern zu gewährleisten.

binchicken

Eigentlich für uns ein ganz interessanter Vogel. Mit dem gebogenen Schnabel zieht er geschickt die Nahrung aus dem Boden. Für Australier ist er eher eine Plage. Er ist überhaupt nicht scheu, wühlt in Abfalleimern, hinterlässt ein Chaos und beim Imbiss im Park muss man auf der Hut sein, dass er einem den Bissen nicht aus der Hand schnappt. Deshalb ist er auch unter dem Namen Binchicken (Abfall-Hühnchen) bekannt.

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Mit AIDA Sydney genauer kennenlernen

AIDA ist zwar eine Oper und könnte so in Verbindung mit dem Opera House gebracht werden. Dies passt hier aber gar nicht.

AIDA hier ist eine Studentin aus Sydney, die wie viele andere auch eine lebhafte zwei ein halb stündige Stadtführung durchführt.

Dabei ist sie Guide, Story Teller, Actress und Historikerin in einem. Ganz professionell mit Headset und Kleinlautsprecher ausgestattet, erzählt sie von Convicts und Captain Cook und gibt einen amüsanten Streifzug durch die junge australische Geschichte. Die aber in Wirklichkeit gar nicht so jung ist. Die Aboriginees lebten schon viele tausend Jahre hier, vor die Weißen kamen.

Jede geschichtliche Fakt wird mit einer anschaulichen Episode verbunden.

So erinnert die Entstehung des Opera Houses ganz an den Bau des Berliner Flughafens. Auch hier wurde beim Bau immer wieder nachgebessert, bis er ein Vielfaches der veranschlagten Summe verschlang. Ebenso wurden immer wieder viele der Verantwortlichen gefeuert, inklusive des genialen Architekten, der den Entwurf geliefert hatte. Zwar wieder rehabilitiert, erlebte er die Fertigstellung nicht mehr.

Oder das älteste Krankenhaus, welches die Kolonialmacht England nicht finanzieren wollte. Es wurde letztlich mit privaten Geldern gebaut. Und zwar mit Hilfe der Sucht auf Alkohol. Eine Firma bekam eine Monopol Rumlizenz und baute als Gegenleistung das riesige Gebäude. Ein Teil davon belegt heute die Landesregierung. Deshalb muss sie sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, sie sei auf Rum gebaut.

Gerne hätte ich AIDA noch stundenlang zugehört. Ihr Englisch war fantastisches Queens English und ihre Begeisterung für Sydney ansteckend.

Sie gehört den Sydney Tour Guides an. Finanziert wird die Gruppe durch Spenden.

‚We work on a tips only basis, so everyone can enjoy Sydney as much as we do, whatever your budget. Thanks!‘

Erster Spaziergang durch Sydney

Man fühlt sich wirklich freier, nachdem der fahrbare Untersatz jetzt endlich abgegeben ist. Vollgetankt und so ganz ohne von uns verursachte Kratzer oder Beulen.

Die Wege in Sydney von einem interessanten Sight zum nächsten können gut zu Fuß bewältigt werden. Und man sieht, riecht und hört viele Kleinigkeiten.

Die Verkehrsampeln, deren akkustische Signale wie die immer hörbaren Stimmen der australischen Vogelwelt klingen, Straßenmusikanten an allen Ecken, die anspruchsvolle Blues Riffs spielen, malerische Treppenabgänge, die den Blick auf Buchten oder die Skyline freigeben.

Schwupps sind wir im Botanischen Garten, sehen und hören in Meterabstand freie herumfliegende Scharen weißer Kakadoos oder kreischender bunter Papageien.

Durch exotische Pflanzen hindurch führt der Weg direkt zum Opera House.

Von Noosa schnell Richtung Sydney

Ganz schnell wird klar, dass auch eine länger bemessene Ferienzeit endet. Leider scheinen die Tage gegen Schluss immer schneller zu vergehen.

Cairns und der Regenwald mit Yungoburra waren für uns sehr attraktiv gewesen und so müssten wir uns nach Noosa etwas sputen.

Knapp 500 km täglich waren ohne weiteres drin, vor allem deshalb, da auch der Motorway nun langsam 4spurig wurde und ein schnelleres Vorankommen ermöglichte. Auch die 2 Übernachtungen in kleineren Motels mitten auf dem Land hätten ihren Reiz. Ein kleiner Krämerladen mit Kneipe, lange Güterzüge mit Dieselloks vermittelten Wildweststimmung.

Die schweren Roadtrains hätten es immer besonders eilig und schienen keine Geschwindigkeitsbegrenzungrn zu kennen.

Von Noosa reichte eine Übernachtung auf dem Weg nach Sydney. Die letzten 30 km bis zu unserem gebuchten Motel werde ich wohl so schnell nicht vergessen. Kurz vor 6 wird es dort immer ganz schnell stockfinster. Man ist schon müde nach dem langen Fahren, den vielen Eindrücken, die Fahrbahn ist schmal und uneben, die Sicht miserabel und der Linksverkehr bleibt auch nach 3000 km noch immer etwas gewöhnungsbedürftig.

Auch hier zeigt sich die Liebe zum Kreisverkehr. Obwohl man sich auf dem Motorway befindet, wird man abrupt gezwunggen durch den Kreisverkehr anderen die Vorfahrt zu geben. Oft gibt es 4 bis 5 Roundabouts hintereinander.

Von Bundaberg bis Maryborough

Die Enfernungen sind beträchtlich. Die M1 als Hauptverbindung schmal und manchmal holprig. Zudem führt sie durch Ortschaften mit Ampeln und Kreisverkehr.

Warnungen vor kreuzenden Kangaroos und Koalas. Tote Tiere am Straßenrand bezeugen deren Notwendigkeit. Trotz allem – man spürt wie wenig Leute auf diesem Kontinent leben. Trotz der vielen ‚Roadworks‘ erleben wir keinen einzigen Stau. Selbst nicht vor oder in größeren Städten.

Gäbe es bei uns solche Hauptverbindungsstraßen wäre das der absolute Kollaps.

Maryborough, ein kleiner ländlich geprägter Ort ist Ziel unseres ersten größeren Stops. Lebte doch dort die Mary Poppins Autorin.

Wir platzen mitten ein Stadtfest. Die Zeit ist zurückgedreht. Frühe 70 ger Jahre Live Rockmusik. Die Bevölkerung größtenteils in Poppins Ausstattung. Oldtimer am Straßenrand, die Gebäude sowieso alle historisch.

Nähere Bekanntschaft mit dem ‚Rain Forest‘

Wenn man von der Westküste von Cairns aus nach Süden in Richtung Sydney will, so muss man nicht unbedingt gleich an der Küste entlangfahren, wie dies die Touristenströme tun.

Wobei man von Strömen eigentlich gar nicht reden kann. Auf diesem großen Kontinent verlieren sich die paar Menschen eigentlich fast. Die große Nord-Südverbindung, die man in Deutschland 6spurig und immer voll vorfindet ist hier lediglich 2spurig, führt mitten durch Ortschaften mit Ampeln und Kreisverkehr. Und trotzdem haben wir noch keinen Stau erlebt. Ähnlich wie in Frankreich wird immer wieder eine Überholspur für einen halben km angeboten. Selbst diese Highways erscheinen schmaler als unsere Landstraßen.

Will man von Cairns mehr ins Inland, muss man über eine kleinere Bergkette. Dann wechseln sich riesige Weidelandschaften und Waldgebiete ab.

60 km südlich von Cairns fahren wir auf rötlichen Sandstraßen. Dann geht’s ein Stück in den Regenwald hinein und wir stehen vor einer Rezeption.

Holzhütte eingewachsen in üppige Vegetation. Kaum die Autotür geöffnet sind wir umringt von Brushturkeys,

statt Autolärm immer wieder geheimnisvolle für uns unbekannte Vogelstimmen.

Verschiedene Baumhäuser jedes mit atemberaubender Aussicht und Balkon sind im Wald versteckt.

Man ist ganz für sich allein. Ganz aus edlem dunklen Holz und flott eingerichtet. Es fehlt an nichts. Man kann sogar vom Whirlpool aus weit in den Regenwald blicken.

Von Darwin im Norden direkt in die Mitte Australiens

Nein, Kamele findet man auch ‚ in the Outback‘ – in der Mitte Australiens. Z.B. auf dem Weg von Alice Springs zum Ayers Rock oder Uluru. Und zwar auf speziellen Kamelfarmen. Früher bis ins 20. Jahrhundert waren sie ein wichtiges Transportmittel. Heute dienen sie noch vor allem touristischen Zwecken. ‚Wie wär’s mit einem Kamelritt? Für 9 australische Dollar also rund 6 Euro schon zu haben. Ansonsten haben diese Farmen noch viele andere Tiere zu bieten: Lamas, Emus und natürlich Kangaroos.

Nach einem etwa 2stündigen Flug in einer kleinen Maschine erreicht man Alice Springs ebenso kleinen Flugplatz.

Will man das übliche Pflichtprogramm absolvieren, so bucht man am besten ein Kombiprogramm. Das aber bedeutet früh raus, denn es sind mehrere Hundert kms bis in die Nähe des Ayers Rock.

Nach interessanten Stops checkt man mittags im Hotel in der Nähe des australischen Wahrzeichens ein, kann kaum Luft holen und schon gehts weiter zum berühmten Felsen. Deutsche trifft man kaum, die Erklärungen sind auf Englisch. Je nach Reiseführer mal ganz leicht bis nur schwerlich verständlich.