Marc Twain

heisst der Raddampfer, der in der nachgestalteten Mississippi Landschaft in Disneyland nahe Los Angeles seine Runden dreht.

Links und rechts sieht man Eingeborene, die Feste feiern, Hütten überfallen und anzünden oder auch viele wilde Tiere. Alles sieht recht echt aus und bewegt sich auch.

Nach etwa einer halben Stunde hat der Raddampfer sein Ausgangsziel wieder erreicht und man bewegt sich weiter zur nächsten Attraktion. Ein Tag in Disneyland versprüht Nostalgie und Abenteuer – nicht nur für Jugendliche und Kinder. Das Wort ‚kitschig‘ vergisst man am besten für diesen Tag.

Es ist nun schon über drei Jahre her, dass wir dort waren.

Warum dann jetzt dieser Blogeintrag? Einfach deshalb, weil ich das Bild ganz oben, aufgenommen vom Deck der Marc Twain, damals bei Google einstellte und es als mein Spitzenreiter bis jetzt weit mehr als 100000 mal aufgerufen wurde.

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Pedelec: Erstes Resümee nach knapp 1000 gefahrenen Kilometern

Vor dem Kauf: Skepsis, ob so ein Gefährt wirklich Sinn macht. Radfahren soll doch sportlich sein. Ist dies mit einem Pedelec noch gegeben?

Gerade wenn man wie wir auf einer Anhöhe wohnt, werden gerade die letzten Kilometer nach einer längeren Tour zur Qual. Nach etlichen km Fahrt heißt es schließlich auch noch den letzten Berg zu erklimmen. Oder mal kurz nach unten zum Einkaufen fahren. Ohne zusätzliches Gewicht geht’s nach unten, mit schweren Einkaufskörben wieder nach oben. Bisher immer ein gutes Argument für die Benützung des Autos.

Hier genau liegt die Hauptstärke des Pedelec. Mit wesentlich geringerer Mühe geht es jetzt nach oben und so mancher Einkauf wird mit Rad unter Strom erledigt.

Selbst größere Anfahrten wie der 20 km Weg zum Tennisplatz werden zwar nicht immer aber immer öfter mit dem Rad erledigt. Gerade hier kann man mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca 22 km/h rechnen.

Resümee also: durchwegs positiv, die Reichweite ist bei Eco Betrieb weit über 200 km, nicht endende Bergstrecken gehören der Vergangenheit an und sportliche Betätigung ist es dennoch. Der Motor ist nur bereit etwas zu unterstützen, ohne Treten läuft aber gar nichts.

Donau Radweg: von Passau nach Wien – Resümee

Dies war sicher ein kürzerer Urlaub der besonderen Art. Aktiv und doch nicht stressig. Im Schnitt 70 km pro Tag, nahezu eben und mit Luft für eine Rast mal hier mal dort. Landschaft wie man sie sich abwechslungsreicher gar nicht vorstellen kann und wer meint, der Donau Radweg wäre total überlaufen täuscht sich. Die wenigen Radler stellten eher eine Bereicherung dar. Schnell kommt es zum kurzen Plausch und man erfährt noch hilfreiche Tipps. Unser Pedelec war eher unterfordert.

Ursprünglich hatte ich vor, die ganze Reise selbst zu organisieren. Stellte aber schnell fest, dass dies aufgrund der vielen Angebote unnötig ist. Bei unserer individuell durchgeführten aber organisierten Tour gab es entscheidende Vorteile.

Das Auto blieb in einem umzäunten Betriebsgelände. Gepäck wurde jeweils in die nächste Unterkunft gebracht. Die abendliche Halbpension bestand aus 3 Gängen mit Wahlmöglichkeiten. Die Quartiere waren liebevoll ausgesucht. Und für uns ganz entscheidend: mit einem Kleinbus mit Radanhänger wurden wir ab Wien vom Hotel aus die rund 300 km direkt vor unser Auto zurückgebracht. Die Organisation funktionierte prächtig. Und der Preis lag pro Person unter 500 Euro.

Also auch für Nichtsportler absolut nachahmenswert!

Donau Radweg Passau-Wien Teil 5

Am letzten Abschnitt vor Wien, der wieder knapp über 70 km in Anspruch nahm, wirkt die Donau wieder sehr zivilisiert und begradigt.

Die Strecke wäre mal wieder weniger abwechslungsreich, wenn nicht langsam in den anliegenden Orten etwas Großstadtflair einzöge. Das nahende Wien lässt sich ahnen.

Großzügige Parkanlagen, Villen, gepflegte Anliegestellen für die Donauschiffe bieten einen großen Kontrast z.B. zum erst kürzlich besuchten Marbach. Reihen von Ferienhäusern mit Donaublick meist au Stelzen gebaut und großzügigen Gärten werden von den jetzt zahlreicheren Fahrradgruppen passiert.

Vor Wien dann überrascht ein großes Netz an Fahrradwegen. Die Beschilderung war für uns allerdings mehr als verwirrend. Wieder mal zeigte komoot, unsere App, spielend leicht den Zickzackweg durch Wien und auf die Donauinsel zu unserem Hotel, welches wir bereits am Tag zuvor sogar mit Namen eingeben konnten. Welch ein Komfort!

Eine Brücke über die Donau war schön breit extra nur für den Autoverkehr neu erbaut. Trotzdem drängten und stauten sich dort und lärmten die teuren breiten Kisten.

Die alte viel schmälere ehemalige Autobrücke hingegen war jetzt für Fußgänger und Radler neu hergerichtet. Sie bot jede Menge Platz sowohl zum Verweilen als auch Überqueren: per Pedes oder Rad. Man spürte: Mobilität wird hier neu gedacht und auch bereits neu realisiert. Auf längeren Raddistanzen erscheinen vor allem die dicken Verbrenner immer mehr als Dinosaurier.

Sehr viele Wiener, nicht nur junge, flitzen mit ihren Rädern durch die Stadt, kommen durch intelligente Wegführung leicht über riesige Kreuzungen (die Autos haben immer noch breite gerade mehrspurige Pisten) und benutzen oft auch die bereitgestellten Leihräder, für kürzere Strecken sogar zum Nulltarif.

Unser erster Eindruck von Wien: bombastische futuristische Hochhausviertel, alte herrschaftliche habsburgische Gebäude mit Stuck und Ornamenten, jede Menge Wasser, seenartige Flussläufe mit großem Freizeitwert.

Donau Radweg Passau-Wien Teil 4

Der Abschnitt durch die Wachau ist wohl mit der schönste. Wieder mal ist die Donau nicht einfach geradegezämt, sondern schlängelt sich einigermaßen natürlich durch die Täler. Hügel mit Obstplantagen links und rechts der Donau, tiefes Dunkelgrün, immer wieder Altwässer mit kleinen Inseln und fröhliches Vogelgezwitscher und Entengeschnatter.

Der tröpfelnde Regen kann den Radlern durch das Dach der Blätter nahezu nichts anhaben und selbst bei einem plötzlich hereinbrechenden Gewitter mit Platschregen reicht das Blätterdach. Nach 5 Minuten ist schon wieder alles vorbei.

Langsam werden die Obstbäume durch Weinreben verdrängt. Der Donau Radweg führt durch idyllische Winzergemeinden, überall wird zum Probieren eingeladen.

Nach ca 70 km sind wir in Traismauer am Gasthof Nibelungenhof angelangt. Hier wird man freundlich empfangen auf naturnahes Leben, Wohnen und Essen legt man sehr viel Wert.

Wanddekoration im 1.Stock

Donau Radweg von Passau nach Wien Teil 3

Aus Enns wieder herauszufinden ist nur Dank Komoot leichter zu schaffen. Wegweiser wollen die touristischen Radler immer wieder zur Fähre über die Donau Richtung Mauthausen leiten, gerügt sei der, der dabei an Geschäftemacherei denkt. Wobei der Donau Radweg auf der rechten Seite genauso seinen Reiz hat.

Auf nahezu autofreien Landsträßchen geht es durch verträumte Ortschaften und Wäldchen langsam zum Donauufer.

Bald erscheint die Donau wieder ursprünglicher. Kurvig geht es durch Anhöhen und Wälder bis wir nach ca 70 km unseren heutigen Bestimmungsort Marbach erreichen.

Marbach ein kleines Dörfchen eingezwängt links von felsigen Hügeln, rechts von der Donau und der dazu paralell führenden stärker befahrenen Durchgangsstraße. Leidgeplagt scheinen die Eigentümer der Häuser vom immer wiederkehrenden Hochwasser der Donau zu sein. Dies zeigen die an den Häusern markierten Hochwasserstände.

Über Jahrhunderte, die Pegelstände werden dabei immer höher. Viele scheinen mit der Instandsetzung ihrer Häuser gar nicht mehr nachzukommen.

Auffallend sind auch die vielen Leerstände von Läden und Hotels vor allem älterer Häuser. Verblichene Schriften zeugen von vergangenem Leben in Einkaufszentren.

Viele der noch bestehenden Geschäfte erinnern noch an die Einkaufsstätten meiner Jugend. Niedrige Decken, vollgestellt, altes Mobiliar, verwinkelt. Dies aber nicht nur hier in Marbach, sondern in den meisten kleineren Ortschaften, welche wir passiert haben.

Technischer Fortschritt überrumpelt liebgewordene alte Strukturen.

Donau Radweg Passau-Wien Teil 2

War auch der erste Fahrradtag von der Entfernung ganz schön weit nämlich etwas über 90 km, so war er doch leicht zu bewältigen. Steigungen gab es so gut wie keine.

Auch der 2. Tag ließ sich gut an. Fahrt zurück nach Aschach um dort über die Brücke zu kommen. Unsere 2. Unterkunft war wirklich idyllisch. Direkt an der Donau an einem kleinen Yachthafen, Abendessen unter Kastanien mit sattem Blick auf die Donau.

Die ersten 20 km waren weiterhin wie schon gewohnt landschaftlich äußerst reizvoll.

Immer wieder der Wechsel auf die andere Seite der Donau. Mal über Brücken oder Stauwehranlagen oder mit der Fähre.

Dann plötzlich zeigte sich, dass Österreich auch anders kann. Wir fuhren zwar weiter der Donau entlang auf gut ausgebauten Radwegen. 20 km lang war der Blick zum Wasser getrübt durch eine mehr als 2 spurige stark befahrene Straße. Ohrenbetäubender LKW Lärm, das Gebiet links von uns war als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Nehme an die Tiere dort leben mit Hörschutz.

Dann erreichten wir Linz. Die Stadt breitet sich links und rechts der Donau aus. Das Stadtbild rechts ist nicht zu vergleichen mit dem von Passau, links befinden sich ungenutzte trostlos wirkende Brachgebiete gefolgt von riesigen leeren Parkplatzflächen, dahinter eine Vielzahl von Wohnkästen in denen auf hässliche Weise wohl eine Menge von Bewohnern günstig untergebracht werden können.

Dann wird es wieder freundlicher, ein Badesee, dann Weiterfahrt am Donauufer. Hier sieht man, dass die Donau auch zum Transportweg verdammt wurde. Immer geradeaus, rechts von uns Wasserfläche, am anderen Ufer Fabrikanlagen. Man ist versucht, die km hinter sich zu kriegen. Dann am nächsten Kraftwerk geht’s wieder auf die andere Seite.

Unser nächstes Ziel Enns scheint sich geradezu vor uns zu verstecken. Trotz Wegweiser finden wir die Route ins reizvolle Stadtzentrum nur mit Hilfe des Smartphones und der App komoot.